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(Im) Gespräch: Bernhard Hansen

Warum ist die Nachhaltigkeit wichtig?
Es ist einfach der richtige Weg, so zu agieren, dass man keine „verbrannte Erde“ hinterlässt. Dabei ist es egal, ob man ein Projekt ressourcenschonend plant und umsetzt oder ob man den verantwortlichen Umgang mit Stakeholdern, also Mietern, Nachbarn, Mitarbeitern und Dienstleistern pflegt: Nachhaltigkeit sollte immer ganzheitlich betrachtet werden. Letztendlich verlangt der Markt die Nachhaltigkeit. Namhafte Mieter und Investoren verlangen schon heute fast ausschließlich zertifizierte Produkte.

Was sind konkrete Maßnahmen, welche Sie im eigenen Umfeld im Sinne der Nachhaltigkeit umsetzen?
Bei den Projektentwicklungen steht natürlich an erster Stelle die Zertifizierung des Produkts. Zum Beispiel weist das 200 Meter-Hochhaus „Tower 185“ in Frankfurt gleich zwei Zertifikate aus, nämlich LEED und DGNB, da das internationale Klientel sich manchmal noch an den LEED-Standards orientiert. Aber wir informieren auch frühzeitig und umfassend, binden also Nachbarn, Politik, Bürger und Interessensvertreter in unsere Vorhaben aktiv ein, wie bei der 40 Hektar großen Quartiersentwicklung Europacity rund um den Berliner Hauptbahnhof.

Was kommt als nächstes, welche weiteren Schritte sind bei Ihnen geplant, wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Ich bin fest davon überzeugt, dass Ausschreibungs- und Planungsverfahren künftig mehr in den Fokus rücken. Es erstaunt mehr und mehr Menschen, dass Projekte nicht im vorgesehenen Rahmen fertig gestellt werden – und das trifft ja nicht nur auf den neuen Berliner Flughafen zu. Daher haben wir in unserem Unternehmen mit einer eigenen Gesellschaft, der omniCon, ein Know How aufgebaut, mit dem wir die Umsetzung von Projektentwicklungen aber auch Refurbishments im versprochenen Rahmen von Budget, Zeit und Qualität sichern. Solches Know how wird zunehmend in ganz frühen Prozessen, zum Beispiel in der Jurysitzung zu einem Wettbewerb, eingebracht.

Kritisch gedacht: Was muss sich noch (stärker) ändern, um den Paradigmenwechsel vollständig zu erreichen?
Letztendlich ist die Implementierung von Nachhaltigkeitsprozessen eine Aufgabe des Top Managements. Wer diese Aufgabe vernachlässigt, dem kann ich nur das Lebensmotto eines Kollegen zurufen: „Man darf alles tun, man darf sich nur nicht wundern“.