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(im) Gespräch: Harald Greger

Warum ist die Nachhaltigkeit wichtig?
Weil das Übernehmen von Verantwortung unsere eigene Zukunft und die Zukunft der nächsten Generationen erst ermöglicht. Nachhaltigkeit im ursprünglichen Wortsinn „längere Zeit anhaltende Wirkung“ ist die richtungsgebende Variable für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Agieren geworden. Damit ist sie auch bestimmender Parameter für die Branchenarbeit im Metallbau und im speziellen des Aluminium-Fenster-Instituts. „Nachhaltig denken, planen, entwickeln und realisieren führt die Metallbautechnik zu zukunftssicheren Lösungen. Die Verbindung von ökologischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Aspekten in innovativer Architektur sichert die Werthaltigkeit und Rendite von Immobilien. Gebäudezertifikate zeigen dieses Zusammenwirken positiv auf.“

Was sind konkrete Maßnahmen, welche Sie im eigenen Umfeld im Sinne der Nachhaltigkeit umsetzen?
Konkret setzen wir uns dafür ein, dass Lebenszyklusdenken bewusster zu machen, da der derzeit noch bestehende Fokus auf die Errichtungskosten unter nachhaltigen Gesichtspunkten zu kurz gegriffen ist. Auf Produktebene haben wir uns intensiv mit der Haltbarkeit und Funktionsfähigkeit von Fenstern die die Gemeinschaftsmarke ALU-FENSTER führen beschäftigt. Anspruchsvolle technische Leistungstests und ökonomische Berechnungen haben sehr gute Ergebnisse hervorgebracht. Der Fokus auf nachhaltige Produkte stellt für uns neben den Entwicklungen zu Niedrigenergie- und Passivhaus und sonstigen ökoeffizienten Bauweisen ein wesentliches Kernelement der Bau-Nachhaltigkeit dar. Neben dem Baubereich ist es vor allem auch der öffentliche Verkehr, der Möglichkeiten bietet Nachhaltigkeit zu leben, nicht zuletzt deshalb weil damit auch Entschleunigung verbunden ist, welche zweifellos dem sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit auch Wertigkeit verleiht.

Was kommt als nächstes, welche weiteren Schritte sind bei Ihnen geplant, wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Die stetige Auseinandersetzung mit immer wieder neuen Erkenntnissen besonders im Bereich der Nachhaltigkeit egal ob sozial, wirtschaftlich oder ökologisch ist das, wo und wie ich mich und das Aluminium-Fenster-Institut sehe. Heute, in fünf Jahren und auch danach. EPDs, Zertifizierungen und das CO2-Thema werden dabei zweifelsohne tonangebende Gebiete sein, die in der Branchenarbeit aber auch auf Unternehmensebene mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Und natürlich die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Recycling und im besonderen auch Urban Mining. Das ist besonders wichtig, denn immerhin verfügt mittlerweile jeder Österreicher über ein Materiallager von rund einer Tonne Aluminium.

Kritisch gedacht: Was muss sich noch (stärker) ändern, um den Paradigmenwechsel vollständig zu erreichen?
Zuerst muss die Politik die Notwendigkeit nachhaltiger Vorgaben nicht nur erkennen sondern auch in die Tat umsetzen. Ein tatsächlicher Paradigmenwechsels kann allerdings nur dann erfolgen wenn es gelingt, den nachfolgenden Generationen die Bedeutung der Nachhaltigkeit so früh wie möglich zu vermitteln. Und dafür ist kein Zeitpunkt zu früh.