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(Im) Gespräch: Heinz-Peter Stössel

Warum ist die Nachhaltigkeit wichtig?
In einer globalisierten Wirtschaft und industriellen Produktion, werden die Menschen den Wandel auf erneuerbare Energien vollziehen. Das Hauptmotiv der Entscheidungsträger ist heute zwar noch nicht die Umwelt, jedoch stehen schon die Kosten in der Langzeitbetrachtung im Vordergrund !

Was sind konkrete Maßnahmen, welche Sie im eigenen Umfeld im Sinne der Nachhaltigkeit umsetzen?
In meinem persönlichen Alltag versuchen wir "Nachhaltigkeit" zu leben, das beginnt in der Qualität  und Auswahl  im Einkauf von Lebensmittel, die aus der alpenländischen Region  wie Österreich/Tirol-Südtirol nachweislich kommen und in der Mobilität. In meinen Umfeld  sowie  beruflichen  Alltag Projektthemen zu vermeiden, in denen vom Auftraggeber der Einsatz von veralteten Technologiekonzepten - wie  fossile Energienutzung von Öl oder Gas  - zwingend vorgegeben wird.

Was kommt als nächstes, welche weiteren Schritte sind bei Ihnen geplant, wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Als nächster Schritt kommt die Weiterentwicklung von Simulationsmodellen, mit denen wir unseren Kunden die wirtschaftliche Plausibilität, Energieeffizienz und den ökologischen Nutzen auf Basis ihrer geplanten Investitionsziele oder Baumaßnahmen abbilden können. Als ein Beispiel möchte  ich die Formel 1  oder die Luftfahrtindustrie anführen, wo heute sämtliche Fahrzeuge bzw. Flugzeuge auf Basis von  Simulationsmodellen entwickelt bzw. weiterentwickelt werden. In 5 Jahren können wir unter anderen mit  diesen neuen Technologien und  komplexen Simulationsmodellen, den Kunden standortbezogen auf Basis einer webbasierende Datenbank,  für das Design der Gebäudestrukturen, die beste Energielösung anbieten.
   
Kritisch gedacht: Was muss sich noch (stärker) ändern, um den Paradigmenwechsel vollständig zu erreichen?
Um die Freiheit und Wohlstand der Menschen in Europa zu erhalten, wird die Entkopplung des Lebens von fossilen Energien zwingend notwendig werden. Daher sind klare gesetzliche EU Rahmenbedingungen über den Einsatz von fossiler Energie bei Neubauten notwendig, um auch aus dem Investor-Betreiber/Mieter Dilema  zu entkommen. Eine einfache und faire Lösung ist hierzu eine CO2 Abgabe, da die durch den Klimawandel verursachten Schäden und Kosten finanziert werden müssen.
Dazu kommt noch die Verschrottung und Rückbau der veralteten kalorischen sowie alten Kernkraftwerke, auch diese Kosten  werden in den  nächsten  Jahren extrem steigen und vom  Steuerzahler der Nationalstaaten nicht mehr finanziert werden können. Eine kurzfristige Maßnahme ist, Regional nur mehr Baugenehmigungen zu erteilen, bei denen die Bauwerber einen mehrheitlichen  regenerativen Anteil bzw. eine maximale  CO2 Reduktion qualitativ nachweisen kann.  Fossile Lösungen dürfen  kurzfristig nur mehr in ganz  besonderen Fällen eine Ausnahme bilden.