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(Im) Gespräch: Stefan Artner

Warum ist die Nachhaltigkeit wichtig?
Ich beschäftige mich mit dem Thema Nachhaltigkeit als Real Estate-Anwalt natürlich gerade im Immobilienbereich. Nachhaltiges Handeln ist aus der Bau- und Immobilienwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Nachhaltige Gebäude setzen die vorhandenen Ressourcen effizient ein, schaffen Werte für die Zukunft und gehen auf die Bedürfnisse des Endnutzers ein – nur so kann man am Markt langfristig bestehen. Nachhaltigkeit bedeutet daher nicht nur Verantwortung für die Umwelt und für die nächste Generation, sondern ist für den langfristigen Bestand von erfolgreichen Unternehmen wesentlich.

Was sind konkrete Maßnahmen, welche Sie im eigenen Umfeld im Sinne der Nachhaltigkeit umsetzen?
Als Kanzlei liegt uns die Schaffung und der Erhalt von guten Arbeitsplätzen und interessanten Jobs sowie die Aus- und Weiterbildung sehr am Herzen. Wir fördern daher sehr aktiv die Aus- und Weiterbildung bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch sind uns gut bezahlte Jobs mit fairen Arbeitsbedingungen und ein gutes Arbeitsklima für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen ein Anliegen.

Gut ausgebildete, an Weiterentwicklung interessierte und aktiv am Arbeitsleben teilnehmende Menschen sind die Basis für den Wohlstand unseres Landes. Daran mitzuarbeiten halte ich für einen wichtigen Teil von sozialer Verantwortung, zu der wir als Unternehmen beitragen können. Und mit motivierten, hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können wir auch die von uns gewünschte Qualität nach außen tragen und auch aus Sicht unserer Kunden nachhaltig hervorragende Leistungen bieten.

In meinem fachlichen Bereich ist natürlich das Thema Nachhaltigkeit bei Immobilien und deren Nutzung ein sehr wichtiges Thema geworden. Als Vertreter der Immobilien-Branche bedeutet das für mich, bei vielen Gelegenheiten Bewusstsein für die Nachhaltigkeit von Gebäuden und die diese auszeichnenden Zertifizierungen zu fördern. Zum Beispiel habe ich im vergangenen Jahr einen internationalen Anwaltskongress in Wien zum Thema Nachhaltigkeit und Green Building organisiert, der sehr hohes Interesse auf sich gezogen hat und bei dem wir auch viele wichtige Vertreter von Politik und Wirtschaft als Teilnehmer gewinnen konnten.

Was kommt als nächstes, welche weiteren Schritte sind bei Ihnen geplant, wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Der nächste wesentliche Schritt aus meiner Sicht ist die Förderung der nachhaltigen Nutzung von Gebäuden und die Schaffung des Bewusstseins sowohl bei Vermietern als auch Mietern, dass eine nachhaltige Nutzung im Interesse beider Seiten liegt   im Rahmen der Verantwortung für Mitarbeiter und Umwelt, und noch dazu mit nachhaltig verbesserter Wirtschaftlichkeit. Konkret versuchen wir daher gerade in einem Arbeitskreis der ÖGNI sinnvolle Standardklauseln für "Green Leases" zu formulieren, damit diese als Marktstandard in die gewerblichen Mietverträge der kommenden Jahre Eingang finden.

Kritisch gedacht: Was muss sich noch (stärker) ändern, um den Paradigmenwechsel vollständig zu erreichen?
Nachhaltigkeit muss in den Köpfen stattfinden. Die jetzt gesetzten Maßnahmen sind die richtigen, und man muss daher kontinuierlich "dran bleiben". Natürlich müssen sich Entwicklungen stets auch an ökonomischen Anreizen und Erwartungen orientieren. Nachhaltigkeit wird sich damit vom Modewort zur Selbstverständlichkeit wandeln.

Damit Nachhaltigkeitsaspekte künftig noch stärker in die unternehmerische Planung einfließen, muss es auch unternehmerische Anreize geben und einen intensiven Austausch zwischen Wirtschaft und Politik. Ein gemeinsames Ziel könnte es sein, Österreich durch eine innovationsfreundliche Nachhaltigkeitspolitik zu einem "Lead Market" für nachhaltige Produkte und Leistungen zu entwickeln und damit Wettbewerbsvorteile für die österreichische Wirtschaft zu sichern.